Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,
wir Senioren vom CDU Stadtverband Halle ( Westf. ) sprechen Sie heute als unsere Parteivorsitzende an. 
 
In großer Sorge um unsere CDU wenden wir uns an Sie, um unsere Beobachtungen und Erlebnisse vor Ort mit den Bürgern nach der herben Wahlniederlage der CDU in NRW Ihnen mitteilen zu müssen.  
Wir möchten mit Ihnen in eine Diskussion über den derzeitigen Sachstand unserer Partei eintreten.   
 
Diese erschütternde Wahlniederlage muss sicher alle CDU Mitglieder aufhorchen lassen. Sie wirft die Frage auf, was da aus Bürgersicht- sprich Wählersicht- wohl falsch gelaufen sein kann. Waren es die Themen der CDU oder hat letztendlich die Personalfrage entschieden.
 
Aus unserer Sicht scheinen beide Punkte eine Rolle gespielt zu haben. Vorab ist allerdings zu bemerken und stieß in unserer Region auf wenig Verständnis, dass bei der Kandidatenauswahl zum Spitzenkandidaten Dr. Norbert Röttgen nur ca. 5o% Zustimmung bei der CDU erfuhr, hingegen in der Runde der CDU Landtagskandidaten dieser plötzlich 92% erhielt. Das ist so nicht erklärbar.
Nun zur Wahl. In den Wochen vor dem Wahltag häuften sich beim CDU Kandidaten Röttgen Fehler über Fehler, die Vertrauen und Zustimmung beim Wähler nicht rechtfertigten, auch CDU Mitglieder waren erschüttert.
So war nicht nachzuvollziehen, dass Röttgen keine klare Aussage zu seinem Verbleib nach der Wahl gemacht hat, ob in Düsseldorf z.B. als möglicher Oppositionsführer oder eine Rückkehr nach Berlin erfolgen würde. Das mögen Wähler nicht, sie wollten Klarheit und einen Kämpfer für NRW.
 
In der Finanz- und Schuldenpolitik zu Rot/ Grün wurde zu monoton und mit zu wenig Inhalt argumentiert. Da müssen Beispiele genannt werden, in denen die Bürger ihre Betroffenheit, ihren persönlichen Schaden erkennen können. Auch Vergleiche mit anderen Bundesländern sind da wichtig. Wo steht NRW in der Bilanz. Da waren Aussagen des CDU-Wahlhelfer „ Metzger“ verständlicher und treffender mit Beispielen.
Es musste aber auch die Personalpolitik von Rot / Grün in NRW stärker unter Beschuss genommen werden, wo im Umweltbereich der NRW Regierung ständig aufgestockt, hingegen im Baubereich- z.B. Straßenbau starker Personalabbau betrieben wurde. Da können dann Baumaßnahmen bis zum St. Nimmerleinstag dauern, so geschehen bei der A33, Bielefeld- Borgholzhausen.
Zur Energiewende wurde auch kein klares Bild sichtbar, zu viele Fragen blieben unbeantwortet. Das macht Menschen unsicher, sie gehen nicht zur Wahl, weil kein Ziel erkennbar.
Schul- wie auch Kita- Probleme wurden eher verdrängt. CDU Schulpolitik war nicht mehr erkennbar. Nur nicht am NRW Schulfrieden rütteln, obgleich es vor Ort weiter brodelt. Erhalt der Gymnasien und der Wert des gegliederten Schulsystems hätte man sachlich darstellen sollen. Auch die Studiengebühren wurden nicht ins Gespräch gebracht, die seinerzeit aus gutem Grund eingeführt wurden.
 
Der Wahlkampf hätte eigentlich einen Kämpfer gebraucht in NRW und eine bessere Verbindung zu Bürgerinnen und Bürgern, das ist unsere Erkenntnis an der Basis.
 
Wir Senioren wünschen uns zukünftig für unsere CDU einen besseren Kontakt der Spitze zur Basis, ein Miteinander, einen Schulterschluss in Grundzügen der CDU Politik. Der Dialog der letzten Wochen, verehrte Parteichefin, ist ein guter Anfang und muss fortgesetzt werden.
Eine verständliche Botschaft aussenden und das Ohr am Bürger wird uns sicher dann wieder den Erfolg bringen.
 
In Erwartung einer solchen Botschaft von Ihnen, verehrte Frau Dr. Merkel, senden wir herzliche Grüsse aus Halle (Westf.) und bitten um Rückantwort.
 
 
Ihr Klaus Kuhlmann
-Vorsitzender-
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